ClausnitzerFernrohrKlein

Kleines Vortragsangebot

Diplomlehrer (MA, PH, AS)
 Lutz Clausnitzer,
02708 Obercunnersdorf
 

1. Astronomie und Menschheit

Die Astronomie ist die älteste Naturwissenschaft. Noch ohne Fernrohr versuchte der Mensch schon vor Jahrtausenden, die “Welt dort draußen” zu verstehen und die gewonnenen Erkenntnisse im praktischen Leben anzuwenden. Er konnte dem Himmel Daten entnehmen, die wir heute mit Uhr, Kalender und Navigationsgerät zu ermitteln pflegen. Auch der Glaube an die Sterndeutung (Astrologie) trieb ihn zu akribischen Himmelsbeobachtungen.
Heute erkunden wir mit Robotern das Sonnensystem und dringen mit Fernrohren wachsenden Durchmessers in immer größere Tiefen des Alls vor. Wozu das alles? Stimmt es, dass wir aus dem Staub der Sterne bestehen? Beeinflusst der Mond unser Leben? Warum ist die Astronomie eine Grundlagenwissenschaft?
Der Vortrag zeigt an Beispielen, warum die Astronomie der Selbstfindung des Menschen dient, Technologietreiber ist und die gesellschaftliche Entwicklung seit jeher mitbestimmt.

Abb.: Die Bedeutung der Horizontbögen auf der Himmelsscheibe von Nebra. Grafik: Steffen Reimann, Görlitz

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2. Astronomie in die Schulen! Aber wie?

Für die “alten Gelehrten” war die Astronomie schon immer ein Thema. Im Mittelalter gehörte sie als eine der Sieben Freien Künste sogar zu den Pflichfächern eines jeden Universitätsstudiums. Sich aber in der Volksbildung zu manifestieren, tat und tut sie sich schwer. Im 19. Jahrhundert findet man sie mitunter im Mathematikunterricht höherer Klassen, nach 1900 im Physik- bzw. Naturkundeunterricht mancher Schulen und 1948 forderte der erste Nachkriegskongress der deutschen Volkssternwarten ein eigenständiges Unterrichtsfach Astronomie für alle Schüler Deutschlands. Mit dem Beginn der Weltraumfahrt ergab sich eine günstige Konstellation, diese Forderung 1959 in Ostdeutschland umzusetzen. Hat sich das bewährt? Wie sieht es in den anderen Bundesländern aus? Gibt es Bundesländer, in denen es der Physikunterricht schafft, dem Gros der jungen Menschen eine astronomische Grundbildung zu vermitteln?

Abb.: Astronomieunterricht auf dem Schulhof des Geschwister-Scholl-Gymnasiums Löbau. Foto: Clausnitzer

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3. Von Deep Impact zu Rosetta - Naherkundung von Kometen mit Raumsonden

Was sind Kometen? Warum sind sie für die Forschung so interessant und seit Jahrzehnten im Visier der Raumfahrt? Mehrere Kometen wurden bereits einer Naherkundung unterzogen:
                            
- 1986 Komet Halley durch Giotto (ESA) und Andere
                             - 2001 Komet Borrelly durch Deep Space 1 (NASA)
                             - 2004/2006 Komet Wild 2 durch Stardust (NASA)
                             - 2005 Komet Tempel 1 durch Deep Impact (NASA)
                             - 2011 Komet Tempel 1 durch Stardust-NExT (NASA)1
                             - 2014 Komet Tschurjumow-Gerasimenko durch Rosetta mit Lander Philae (ESA)

Warum bombardierte die NASA-Mission “Deep Impact” Tempel 1 mit einem 372 kg schwereren Körper? Warum wagte die ESA mit Rosetta/Philae auf Tschujumow-Gerasimenko ein kompliziertes Landemanöver? Haben sich all diese Anstrengungen gelohnt? Was wissen heute über Kometen?

Abb.: Start von Deep Impact am 12. Januar 2005. Foto: Clausnitzer

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4. Die App AudioHimmelsführungen

Seit 2014 gibt es eine App mit gesprochenen Himmelsführungen, die man mit dem Smartphone am natürlichen Sternhimmel genießen oder auf den zugehörigen Panorama-Sternkarten auf dem Display verfolgen kann. Auf fünf 20-minütigen Audio-Touren lernt man Sternbilder, interessante Himmelsobjekte und die grundlegendsten Zusammenhänge der Astronomie kennen. Die aufeinander aufbauenden und nach steigendem Schwierigkeitsgrad geordneten Folgen vermitteln in ihrer Gesamtheit eine systematische, astronomische Grundbildung.
Indem der Vortragende sein Smartphone an einen Beamer anschließt, demonstriert er Aufbau und Funktion der App, um dann eine komplette Führung vorzuspielen. Letzteres kann auch unter freiem Himmel oder in einem Planetarium erfolgen.
Auf Wunsch des Veranstalters kann auch die Verwendung der App in Schulen und der Einsatz der zugehörigen Arbeitsblätter erörtert werden. Weiteren Informationen.

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5. Die Entdeckungen des Wilhelm Tempel

Der Bauernsohn und gelernte Lithograph Wilhelm Tempel (1821-1889) entwickelte sich über die Amateurastronomie und Anstellungenen in den Sternwarten Marseille (Valz) und Mailand (Schiaparelli) zum Leiter der Königlichen Sternwarte Arcetri, die damals über das größte Fernrohr Italiens verfügte. Im Verlaufe seiner erfolgreichen Kariere als Hobby- und Berufsastronom entdeckte er fünf Planetoiden, 13 Kometen und 150 “Nebelflecken”. Dazu gehören der von der NASA-Sonde “Deep Impact” besuchte Komet Tempel 1 und der für den November-Meteorstrom der Leoniden verantwortliche Komet Tempel-Tuttle. Bekannt geworden sind auch Tempels Zeichnungen von Kometen und “Nebelflecken”. Neben seinen vier periodischen Kometen tragen ein Planetoid, ein Mondkrater und die Schule seines Geburtsortes Niedercunnersdorf seinen Namen. Tempel war seit 1881 Mitglied der Royal Astronomical Society.
Um es dem Zuhörer zu ermöglichen, Tempels Entdeckungen einzuordnen und zu werten, wird im Vortrag allgemeinverständlich erklärt, was Planetoiden, Kometen und “Nebelflecken” sind.

Abb.: Clausnitzer, L.: Vorträge und Schriften der Archenhold-Sternwarte Nr. 70, Berlin-Treptow 1989.
                                (75 Seiten, 44 Abbildungen)

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